Samstag, 25. Juni 2016

Projekt 1885: Chemise

Wie ich schon in meinen Nähvorhaben dieses Jahr gesagt habe möchte ich meine erste Tournüre machen.
Die Recherche zu diesem Projekt ging wieder erwarten sehr schnell, da ich innerhalb kürzester Zeit auf dieses Bild gestoßen bin:
Ich finde zwar die aufwändigen Schürzen, Röcke und Jacken sehr faszinierend, doch hier die Schlichtheit so schön, dass ich es einfach machen muss. Der Fokus wird also darauf liegen, den Schnitt sehr gut umzusetzen und nicht mit Verzierungen abzulenken.

Schnitte habe ich schnell gefunden - die Meisten sind von Truly Victorian. Mein Ensemble wird komplett petrol/grünlich. Das stelle ich mir besonders gut in einem herbstlichen Umfeld gut vor. Ein Schirm der so ähnlich ist wie auf dem Bild besitze ich. Was ich mir schwierig vorstelle ist einen Zylinder in dieser Form zu bekommen und Lederhandschuhe. Ich bin noch auf der Suche danach.
Ein Großteil meiner Zutaten zum Ensemble
Da ich noch nichts aus dieser Zeit besitze, fange ich bei null an. Also zurerst die Chemise. 

Die habe ich nach einem Schnittmuster von Laughing Moon angefertigt. Meine Chemise ist aus feinem Leinen gemacht und mit der Nähmaschine genäht. (Endlich ist das auch mal offizell erlaubt) Ich konnte es mir nicht nehmen und ich musste sie auch verzieren. Am Ausschnitt und an den Armlöchern habe ich eine schmale Baumwollspitze angebracht. Am Saum habe ich eine etwas breitere genommen und 5 Falten eingenäht. 
Der Schnitt ist super beschrieben gewesen und sie ist wirklich goldig geworden. 
Ich bin nun sehr gespannt wie ich mit dem Korsett zurecht komme. Fortsetzung folgt...

Dienstag, 14. Juni 2016

Einfache Herrenkleidung um 1770

Für eine Veranstaltung im Mai habe ich nun das erste Mal eine Männerklamotte gemacht.
Aus Zeitgründen und da es eine einfache Darstellung sein sollte, habe ich mich für eine Kurzjacke entschieden.
So fällt ein aufwändiger Rock und eine Weste weg.
Dank der Hilfe von Marquise habe ich den Kniehosenschnitt im dritten Anlauf endlich hin bekommen und sie liegt sogar am Knie recht eng an. 

Auch das Hemd aus Leinen ist nach einer Anleitung von Marquise entstanden.

Die Jacke ist nach dem Schnitt Kannik's Korner Man's Double-Breasted Short Jacket 1770-1800 gemacht. Da der Herr etwas größer ist als das Schnittmuster angibt und leicht schief gebaut musste ich es noch anpassen. Das Obermaterial ist Wollloden und gefüttert habe ich es mit Leinen. 
An sich gehört noch eine zweite Knopfreihe dran. Doch die Knopflöcher und die Knöpfe kamen erst am Abend vorher bzw. Morgens kurz vor der Veranstaltung dran und so werden sie in einer ruhigen Minute noch angenäht.

Bilder von der Belebung des Palias Hohaus zu Lauterbach gibt es übrigens hier.

Freitag, 19. Februar 2016

Pelisse um 1810 militärisch verziert

Nun da ich schon ein paar Kleider aus dem Empire besitze, wollte ich auch eine Pelisse haben. Auf den Modekupfern um 1810 sind viele der Mäntel und Reitkostüme blau. Meine Kleidertruhe besteht für diese Zeit fast nur blau, weiß und rosa und so passt eine dunkelblaue Pelisse ins Schema.
Bis auf die Farbe hat es alles andere länger gedauert. Trotz Zeichnung war mir bis kurz vor dem Zuschnitt noch nicht klar wie genau ich den Mantel verzieren will.
Es ist Soutache in einem Königsblau geworden.
Bevor ich mich an den Wollstoff heran gewagt habe, habe ich wieder einen Probeschnitt aus Nessel gemacht. Wie schon bei anderen Projekten war die Basis ein Schnitt von der Schnittmustersammlung von La Mode Bagatelle. Diese Schnitte sind, nur neben bei bemerkt, eigentlich etwas für vollbusige Frauen. Ich muss sie immer abändern. Der Spencerschnitt besteht vorn aus zwei Teilen. Daraus habe ich eines gemacht und im Brustbereich zwei Abnäher gesetzt.
Das abgeänderte Schnittmuster aus dem Probestoff
Kurz vor dem Zuschnitt des Oberteils. Der Kragen ist breiter zugeschnitten worden als im Probeschnitt.
Das Vorderteil mit den angezeichneten Abnähern.
Erst ist nur den Oberstoff zugeschnitten und zusammen genäht worden. Die Ärmel sind gekräuselt, damit sie sich etwas aufstellen. Da ich mich für einen militärisch angehauchten Mantel entschieden habe, habe ich 5 Meter Soutache (leider Viskose da ich blaue nicht in Baumwolle gefunden habe) gekauft. Ich hätte auch silberne nehmen können, das war mir aber zu kräftig.
Mein Wollstoff ist relativ fein gewebt und so musste ich, an den Stellen wo ich viel Soutache aufnähen wollte, den Stoff verstärken. Das habe ich mit festen altem Bauernleinen gemacht. Verstärkt wurde: der Kragen, damit dieser besser steht, das vordere Schnitteil und der Ärmelsaum.
Das Voderteil während des Anhexen der Verstärkung.
Im Ärmelsaum die Verstärkung.
Nachdem ich damit fertig war fing ich an die Soutache aufzustecken. Das Tolle an Soutachen ist, dass sie Kordeln im inneren haben, an denen man ziehen kann und somit eckenfreie Kurven legt. Bei ein paar Metern Band kann so etwas aber auch dauern. Ich habe allein für das Legen und Anstecken am Vorderteil mehrere Stunden gebraucht. Die Schlaufen in der Mitte sind meine Knopflöcher geworden. Leider haben die 5m Soutache nicht ausgereicht und ich musste sie kürzen und am Halsausschnitt ein längeres Stück ansetzen.
Die Soutache angesteckt.
Die Verzierung am Ärmel
Im Inneren, nachdem die Soutache aufgenäht wurde.
Die Knöpfe habe ich mit dem Oberstoff übergezogen. Dannach ist aus einem alten Leinenbettbezug mein Futter entstanden. Das komplette Oberteil und die Ärmel sind damit gefüttert worden.
Nun kam das Rockteil dran. Insgesamt habe ich die dreifache Länge meines Unterbrustumfangs angenäht. Damit die Kräuselung im Rücken gleichmäßig wird, habe ich mir eine Schablone gemacht und, mit Hilfe von Kopierpapier und Pfrim, die Abstände auf den Stoff übertragen.
Die Schablone für die Kräuselung.
Das Rockteil überlappt sich vorn und wird mit einem Harken am Brustband befestigt. Außerdem habe ich es schlicht gelassen. Verzierungen am Rock wären mir zu optisch zu viel.
So sieht die Pelisse getragen aus:

Ärmeldetail
Rückendetail
Frontdetail
Leider kommt an manchen Stellen die Kordel der Soutache zum Vorschein, das kann ich nicht ändern aber es ärgert mich.
Die Pelisse wirkt auf den Bildern etwas gräulich, dabei ist es ein schönes Nachtblau. Zu der neuen Schute gibt bald einen eigenen Eintrag. Geplant habe ich außerdem eine passende Reticule. Wenn die fertig ist sind meine 3m Wollstoff komplett aufgebraucht.
Material: 3m Wollstoff, ca. 8m Soutache, 1/3 alter Leinenbettbezug (Futter), 0,5m Bauernleinen und 150m Baumwollgarn + Probeteil.

Kosten: ca. 65€

Zeit: ca. 70 Stunden

Sonntag, 7. Februar 2016

1760 / 1770 verzierte Wolljacke mit curryfarbener Jupe

Schon seit längerem schwebte mir vor eine weiter Jacke für das 18. Jahrhundert zu machen. Dafür sind mir ein beerenfarbener Wollstoff, sowie ein curryfarbener für die Jupe, aus meinem kleinen Stofflager, in die Hände gefallen. Diesmal sollte es aber etwas aufwendiger werden.
Für die Jacke wurde der Schnitt von JPR Ryan abgewandelt, womit ich auch meine grüne Jacke genäht habe. Da sie zur hinteren Mitte länger werden sollte, habe ich ein Probeteil gemacht und so lange gekürzt, angezogen, nochmal gekürzt, angezogen ... bis es mir recht war.
Damit der Stecker Dreiecksförmig wirkt, habe ich die Jackenöffnung so abgewandelt, dass sie zur Taille hin schmaler wird.

Als Futter habe ich mir ein rosa Leinen ausgesucht. Bis auf die Ärmel ist alles gefüttert und das Futter ist mit jeder Naht am Oberstoff fixiert. (Wird hier super erklärt) Dies hat zur Folge, dass man Oberstoff und Futter mit der Hand (an der Saumkante) versäubern muss, aber das Futter verrutscht nicht und wirft keine unschönen Falten.

Das Faltenband ist aus dem Oberstoff und nicht, da es ein feiner Loden ist, versäubert oder gesäumt. Am Ärmeln und am Stecker ist es 2,54 cm (1 inch) und am Halsauschnitt 5,08cm (2 inch) breit. Das Stecken und Nähen der Falten hat zwar Zeit in Anspruch genommen, hübscht jedoch die Jacke sehr schön auf.
Die Knöpfe am Stecker sind nur reine Zierde und erfüllen keine Funktion. Er ist mit Nadeln an der Schnürbrust befestigt und die Jacke ist ebenfalls fest gesteckt.
Der Stecker mit probeweise angesteckter Schleife
Nun kurz zur Jupe. Sie habe ich aus einem curryfarbenen gröberen Wollstoff gemacht, welcher super zu der Jacke passt. Die Falten beginnen vorne weiter weg von der Mitte als hinten, damit der Stecker flacher auf den Rock fällt. Ansich ist eigentlich der Stoff zu grob für die Jacke aber die Farbe passt super. Doch ich habe noch einen passenden Quiltrock geplant, wenn der fertig ist wird diese Jupe wohl zum Arbeits- und Winterunterrock.
Nun genug geredet hier sind ein paar Bilder vom neuen Ensemble:

 Mir gefällt es, wie das rosane Futter hervor blitzt.
Geplant sind noch rosa Schleifen an Stecker und Armbeugen aber das Seidenband habe ich noch immer nicht und sie werden dann auch nur optional angesteckt.
Ich trage dazu meine plissierte Faltenhaube  und die Mitts welche als Aufschlag den gleichen Stoff haben wie die Jupe.

Material: Wollloden und Leinen (Jacke), Wolle grober Köper (Jupe)

Kosten: Jacke ca. 42 € , Jupe ca. 35€

Zeit: ca. 80 Stunden

Mittwoch, 6. Januar 2016

Nähprojekte für 2016

Dieses Jahr habe ich, eigentlich wie immer, viel geplant was ich gern nähen möchte. Ich weiß aber jetzt schon, dass ich nicht alles schaffen werde was ich mir vornehme und das wohl das ein oder andere entstehen wird was ich jetzt noch nicht auf dem Schirm habe.
In Klammern steht, was ich dafür schon da habe.
gezeichnete mögliche neue Pelisse
Geplant ist:

Regency: 
  • Pelisse (Stoff, Futter, Soutachen)
  • Spencer ohne Ärmel (Stoff, Futter, Schnittmuster)
  • Schürze (Stoff)
  • Chemisette (Stoff)
  • Chemise ohne Ärmel (Stoff)
  • Reticule (Stoff, Schnittmuster)

Wie es wohl aussieht bleibe ich noch etwas im Regency hängen. Ich finde einfach auch die Epoche so schön.

18. Jahrhundert:
  •  Schürze (Stoff)
  • Manteau de Lit (Stoff, Schnittmuster)
  • Quiltrock --> das geplante Langzeitprojekt 
  • Begere (Stroh)
  • Taschen 
  • Chemise (fast fertig)

Auch neue Zeiten will ich ausprobieren. Dieses Jahr schweben mir zwei vor einmal die 1840er und die Tournürenzeit (1870-1890). Nach nur kurzer Recherche weiß ich auch was ich gern machen möchte. Es soll eine Tournüre werden mitte der 1880er Jahre.

1840er:
  • Unterkleid (Schnittmuster)
  • Schute
  • Tageskleid (Schnittmuster)
  • Schürze
  • Chemisette 
  • Petticoat gekordelt
  • Haube

Tournüre 1880er:
  • Unterkleid (Schnittmuster)
  • Korsett (Schnittmuster)
  • Tournüre
  • Unterrock
  • Jacke 
  • Schürze
  • Rock  
  • Hut 
... Und: Strümpfe, Strümpfe, Strümpfe

Geplant ist auch etwas für Freunde zu nähen.
Mal sehen was für neue Stücke wirklich 2016 bringt.

Samstag, 2. Januar 2016

Maritimes Regency-Ensemble


Es war eigentlich nicht unbedingt beabsichtigt doch nach und nach ist ein maritimes Ensemble des frühen 19. Jahrhundert entstanden. Hierzu gehört ein Frontklappenkleid aus gestreifter Baumwolle. Dafür habe ich ein Schnitt aus der Schnittmustersammlung von "la mode bagatelle" abgeändert.


Auch aus der Schnittmustersammlung ist mein der Spencerschnitt. Dieser ist aus blauem Baumwollköper und wird vorn nicht geschlossen.


Zu diesem Ensemble trage ich eine Chemisette aus Baumwollmusselin woraus auch die Rüschen von meinem Ballkleid gemacht wurden.
Natürlich sollte auch nicht meine die blaue Schute dazu fehlen.


Vielen Dank Ela für die tollen Bilder.